Traumen können als somatische Reaktionen auf überwältigende
Ereignisse betrachtet werden. Das ist offensichtlich bei Opfern
von Gewalt und Missbrauch, aber auch nach schweren Unfällen,
lebensgefährlichen Operationen und vergleichbaren Erfahrungen
können Menschen Traumasymptome entwickeln.
Menschen
mit Traumasymptomen haben häufig ähnliche Vorgeschichten.
Oft lag eine massive Verletzung ihrer Unversehrtheit (ein traumatisierendes Ereignis
bzw. eine Abfolge davon) vor.
Zweitens die Erfahrung der Ohnmacht gegenüber dieser Verletzung.
Und drittens der instinktive
Wiederholungszwang, mit bestimmten somatischen Reaktionen wie z.B.
Angstattacken, Stresssymptomen, Atemverhalt, Körperzusammenziehung oder sozial auffälligem Verhalten immer
wieder in einer Weise auf Situationen
zu reagieren, die entweder aktuell nicht bedrohlich sind oder gegenüber
denen man sich als Erwachsener viel angemessener verhalten kann.
Dieser
Wiederholungszwang erzeugt bei den betroffenen Menschen meist viel
Leiden und kann ihr Leben tiefgreifend stören. Bestimmte mit der Traumaerfahrung verbundene "Trigger" können noch Jahrzehnte später eine Kaskade somatischer Reaktionen auslösen, denen die Betroffenen hilflos ausgeliefert sind: Stresshormone werden ausgeschüttet, das Herz beginnt zu rasen, die Atmung wird flach, es ist als würde ihr Körper nicht mehr der ihre sein.
Was man bei fast allen Menschen mit Traumasymptomen unabhängig von ihrer persönlichen Traumaursache feststellen kann, ist eine Dissoziation, ein mehr oder weniger stark ausgeprägtes Abgespaltensein ihres Bewusstseins von ihrem Körper oder von bestimmten Körperregionen. Etwas so Unerträgliches passierte mit ihnen, dass sie es nur überleben konnten, indem ihr Bewusstsein sich aus dem Körper zurückzog. Jetzt fühlen sie ihren Körper nur teilweise und eingeschränkt und können in ihrem Körper nicht wirklich "zu Hause" sein. Das traumatisierende Ereignis hat sie sozusagen zu "Vertriebenen aus sich selbst" gemacht.
In meiner körperorientierten Traumatherapie begleite ich meine Klienten auf ihrem Weg der Heimkehr. Es ist eine Heimkehr in ihre intakte, gefühlte und präzise wahrgenommene körperliche Existenz. Es ist somatisches Lernen. Dazu können alle meine körpertherapeutischen Methoden zur Anwendung kommen, stets jedoch im Bewusstsein der Vermeidung von Retraumatisierungen. Diesen erfahrungs- und körperbezogenen
Lernvorgang bezeichne ich als „Empowerment“. Das Schlüsselkonzept meiner körperorientierten Traumatherapie
ist daher Empowerment.
Bertram Wohak
|